2024 war ein außerordentlich gutes Jahr für den Filmwirtschaftsstandort Wien. Die Zahl der Dreharbeiten ist wiederum deutlich gestiegen. „Wien ist national und international ein überaus gefragter Drehort“ zieht Marijana Stoisits, Geschäftsführerin der Vienna Film Commission, Bilanz. „Ich freue mich riesig über den fortgesetzten Höhenflug für die Wiener Filmbranche, der ein klares Zeichen dafür ist, dass die Drehbedingungen in der Stadt Wien außerordentlich filmfreundlich sind und die Vienna Film Commission mit ihrem Service punktgenau die Bedürfnisse der Filmschaffenden trifft.“
Das betont auch Veronika Kaup-Hasler, amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft in Wien: „Dass Wien auf der internationalen Filmlandkarte eine immer gewichtigere Rolle spielt und hochkarätige Produktionen anzieht, ist dem Zusammenwirken vieler Faktoren zu verdanken – darunter der exzellenten Arbeit der Vienna Film Commission. Bester Beweis ist der jüngst vergebene Preis für Europas Filmlocation des Jahres (EUFCN Audience Location Award), der ans Schloss Schönbrunn ging, Hauptmotiv für die HBO-Serienproduktion „The Regime“ mit Kate Winslet. Die Stadt hat mit dem Ausbau des Filmstandorts und der Arbeit an den besten Rahmen-bedingungen für die Filmwirtschaft, die Basis für die herausragende Arbeit der Vienna Film Commission für den Dreh- und Produktionsstandort Wien geschaffen.“
Die große Bedeutung der engen Zusammenarbeit mit den Behörden und Institutionen der Stadt unterstreicht auch Geschäftsführerin Stoisits: „Wir werden in unserer Servicearbeit von der Stadtregierung, dem, gesamten Wiener Magistrat und den Bezirken unterstützt, wofür ich mich explizit bedanken möchte. Diese außerordentliche Kooperation mit der Stadt ist in Kombination mit der Filmförderung des Filmfonds Wien und des Vienna Film Incentive das Kernstück des Erfolgs für den gesamten Filmwirtschaftsstandort Wien.“
Geschäftsführerin Stoisits dankt auch allen Finanzierungspartner:innen der Vienna Film Commission: dem Wien Tourismus, der Wirtschaftsagentur, der Wirtschaftskammer Wien, der Kulturabteilung der Stadt Wien und dem Filmfonds Wien.
Die Initiativen der Stadt für die Filmbranche zeigen Wirkung: Die Inbetriebnahme der HQ7 Studios in Simmering im Sommer 2024 bedeutet eine enorme Aufwertung des Standortes und hat international großes Interesse geweckt. Der Studiokomplex ergänzt die bereits bestehende Film-Infrastruktur in Wien, wie etwa die Vienna Synchronstage oder andere Postproduktionsstätten in perfekter Weise. Die Fördergelder des Filmfonds Wien, des Vienna Film Incentives sowie von FISAplus und ÖFIplus können damit am Standort in Wien selbst noch besser eingesetzt und auch bedient werden.
Anträge und Empfehlungsschreiben
2024 wurden für 670 nationale und internationale Filmprojekte 1288 Ansuchen um Drehgenehmigungen gestellt und ebenso viele Empfehlungsschreiben an die zuständigen grundverwaltenden Dienststellen und die Antragsteller:innen weitergeleitet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um bemerkenswerte 11,9%. Die bei Produktionsfirmen für 2024 eruierte Zahl an Drehtagen in Wien stieg ebenfalls um 6,7%, in Summe waren es rund 3200 Drehtage, davon entfielen 1295 auf Spielfilm- und Serienproduktionen.
2024 wurden 188 Empfehlungen für 95 internationale Projekte ausgestellt, das entspricht in etwa dem Vorjahr. Die meisten Projektansuchen aus dem Ausland kamen aus Deutschland, den USA und Großbritannien sowie 26 weiteren Ländern.
Motivrangliste Wiener Magistrat und Behörden des Bundes
2024 hat die Vienna Film Commission mit 28 Magistratsabteilungen und Institutionen der Stadt kooperiert. An der Spitze der Motiv-Rangliste steht wiederum mit 228 Empfehlungsschreiben die MA 42 (Wiener Stadtgärten). Die Parks, Grünanlagen, Alleen, Ballkäfige und Kinderspielplätze der Wiener Stadtgärten sind mit Abstand die begehrtesten Filmlocations der Stadt, gefolgt von den vielen Märkten der MA 59 (Marktamt) mit 110 Empfehlungen. An dritter Stelle folgt mit 66 Empfehlungsschreiben die MA 29 (Brückenbau und Grundbau) mit ihren Immobilien und Brücken.
Die MA 46 (Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten) ist mit ihrem Kundencenter Film eine der wichtigsten Kooperationspartner:innen der Vienna Film Commission. Die Zahl der Bescheide durch die MA 46 ist mit 1272 im Vergleich zum Vorjahr um 2,9% gestiegen. Bei den Wiener Linien wurden 166 Filmprojekte an Originalschauplätzen realisiert. Das entspricht einem Plus von 2,7%, 85 davon waren Spielfilme, Kurzfilme, Serien und Musikvideos, 38 Werbefilme, 20 Studierendenprojekte und 23 Dokumentationen und Reportagen. Wiener Wohnen hat für 39 Produktionen insgesamt 45 Drehbewilligungen für Gemeindebauten erteilt. Die Wiener Friedhöfe haben 59 Projekte bewilligt, auf dem Otto Wagner Areal wurden 11 Filmprojekte realisiert. Die Schönbrunn Group hat 127 Projekte betreut, die Universität Wien bewilligte 14 Projekte mit insgesamt 16 Drehtagen.
Bezirksverteilung
Der Anteil der Dreharbeiten in der Inneren Stadt war leicht rückläufig und lag bei 18,7%, gefolgt von der Leopoldstadt mit 7,2%, der Landstraße mit 6,2%, Alsergrund mit 5,8%, Döbling mit 5,4% und Mariahilf mit 5,1%. In allen anderen Bezirken lag der Anteil unter 5%, die wenigsten Dreharbeiten fanden mit 1,4% in Liesing statt. Gedreht wurde in allen 23 Wiener Bezirken.
Herausragende Produktionen 2024
Das größte internationale Projekt war die Apple / Skydance Produktion „The Fountain of Youth“ mit Natalie Portman, John Krasinski, Eiza González und Arian Moayed unter der Regie von Guy Ritchie. Das Hauptmotiv dafür war der Prunksaal der Nationalbibliothek, gedreht wurde auch in anderen Teilen der Hofburg sowie im Hochstrahlbrunnen und am Schwarzenbergplatz. Weitere internationale Serviceproduktionen waren u.a. „007 – Road to a Million“ für Amazon Prime sowie „Zitronenherzen“ und die Serie „Crystal Wall“ für das ZDF, die Serie „Stationär“ für die ARD, „Die Nichte des Polizisten“ für die ARD und der Kinofilm „Ein fast perfekter Antrag“ mit Iris Berben und Heiner Lauterbach.
Zu den großen nationalen Produktionen oder internationalen Koproduktionen gehörten die Serie „Drunter und Drüber“ für Amazon Prime, die deutsch-österreichisch-dänische Serie „Other People‘s Money – Die Affäre Cum-Ex“ für das ZDF, „Mother‘s Baby“, „Bibi Blocksberg“, „Meiberger“, „Im Schatten der Angst“, „Ein Münchner im Himmel“, „Mädchen, Mädchen“, „Tatort“, „Der zweite Gang“, „Tage, die es nicht gab“, „Mama ist die Best(i)e“, „Hundertdreizehn“, „Biester“, „Die Totenfrau“, „School of Champions“, „Alles finster“, „Die Liesl von der Post“, „Die Nichte des Polizisten“ u.v.a.
Ausblick auf 2025
Das explizite Bekenntnis der kommenden Bundesregierung zur Weiterentwicklung und Evaluierung der Förderinstrumente FISAplus und ÖFIplus bedeutet eine enorme Unterstützung für die gesamte heimische Filmbranche und den Filmwirtschaftsstandort Wien. Dieses Kommitment ist wesentlich für die internationale Bewerbung des Standortes. Die Incentives der vergangenen Jahre sowohl von Seiten der Stadt Wien als auch des Bundes haben eine enorme Wertschöpfung generiert, die keinesfalls gefährdet werden sollte. Für die sehr sinnvolle und in Aussicht gestellte Investitionsabgabe der Streamer erscheint eine Berücksichtigung ihrer Investitionen vor Ort überlegenswert.
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